Diese Seite ist meinem alten unvergessenen Rüden Bingo gewidmet. Falls Ihr mögt, lest doch auch seine Geschichte....

Ich wollte ja nach Smoky eigentlich einen altdeutschen Schäferhund, aber, wie das Leben so spielt, es kam zuerst anders. Im Jahre 1990 trat ein großer schwarzer Kurzhaarmischling in mein Leben. Er wurde in der Ferienzeit ausgesetzt. Meine damaligen Vermieter hatten eigentlich die Tierhaltung verboten. Naja, sie konnten so wie ich wahrscheinlich nicht den treuen brauen Augen von „Bingo“ widerstehen. Bingo war, wie sein Name schon sagt, nen richtigen Volltreffer!    

 
     

Wie der Tierarzt meinte, sei er eine Mischung aus Labrador und nen Schuß Dalmatinereinfluss (da Bingo ne schwarzweissgefleckte Brust und unverkennbar auch 7 weiße Krallen hatte) Er war zu dem Zeitpunkt schätzungsweise 1,5 Jahre alt. Sein Vorbesitzer hatte ihn gut erzogen, er setzte sich an der Strasse hin, guckte nach rechts und links, und ging dann bei Fuß rüber! Bingo akzeptierte sofort seinen Namen, er fuhr gerne im Auto mit, blieb auch still, wenn er stundenweise alleine bleiben musste, weil ich ja sein Futtergeld verdienen musste…

Wenn ich mit ihm auf dem Campingplatz war, liebte er es, in der Weser zu schwimmen, oder unterm Wohnwagen zu liegen, um dort „seinen Platz“ zu bewachen! Wehe, es kamen Fremde oder auch Bekannte vorbei (wenn ich mal nicht am Wohnwagen waren), die mal gucken wollten, er schoss dann unter seinem Versteck hervor und bellte total bedrohlich, so das immer von den Leuten der Rückzug angetreten wurde.
 
Bingo war „mein“ Hund, er verteidigte mich mal in einer brenzligen Situation, wo ein Betrunkener auf mich zukam und mich anpackte! Bingo schoss herum und biss den Kerl in den Arm. Er ließ aber sofort ab, nachdem ich „aus“ brüllte. Da dem Kerl nicht wirklich viel passiert ist, trollte er sich gleich. Von dem Tag an, durfte mir abends, wenn ich mit Bingo unterwegs war, niemand mehr als 1 m an mich ran kommen. Bingo zeigte jedem dann eindrucksvoll seine Zähne!
 
Er tat aber niemanden etwas, kleine Kinder konnten mit ihm spielen, ihn an den Ohren oder, am Schwanz ziehen, ohne das er etwas jemals einem Kind die Zähne zeigte! Er blieb ganz ruhig liegen, wo ein Besuchskind mal auf seinen Bauch lag und eingeschlafen ist!
 
Auch die Krankheiten machten vor Bingo nicht halt. Als er siebenjährig war, musste er kastriert werden, da bei im Hodenkrebs festgestellt wurde. Da ja jede OP ein großes Risiko darstellt, konnte ich nicht mehr als dem Tierarzt vertrauen, das alles gut ging.
Die Kastration verlief auch gut, wider Erwarten wurde Bingo nicht dicker, obwohl mir jeder, selbst der Tierarzt sagte, das sich das Tier im Zuge der Kastration verändert, sei es vom Körper her, als auch vom Wesen…
 
 
Hmmmmm, feststellen konnte ich beim Wesen nichts, auch sein Gewicht behielt Bingo ja bei, Sorgen machte ich mir erst wieder, nachdem er nach dem Umzug in ein Zechenhaus mit Garten, im selbigen seinen ersten epileptischen Anfall bekam!
Bingo und ich genossen die letzten Strahlen der Herbstsonne, er lag vor mir, zuerst noch völlig entspannt, dann sprang er auf, guckte mich an, torkelte auf mich zu, und brach zusammen! Er zuckte noch paar Mal und blieb dann im Grunde genommen, mit heraushängender Zunge und verdrehten Augen liegen. Meine Panik war groß! Ich war alleine, was sollte ich tun? Um Hilfe schreien bringt nichts, da ich alleine war! Ich musste blitzschnell überlegen, was zu tun sei, da ich ja davon ausgehen musste, das mein Hund grade stirbt! Ich also zur Garage, Auto rausgeholt, und dann versucht, alleine ca. 40 kg, die stocksteif waren ins Auto zu zergeln. Ich fuhr damals einen Kombi, der Kofferraum gehörte dem Hund! Bingo lag nun irgendwie mehr recht als schlecht hinten drin, ich unter Missachtung aller Verkehrsvorschriften zum Tierarzt hin (dieser hatte glücklicherweise Sprechstunde). Ich beim Tierarzt reingerauscht und gebrüllt: „Mein Hund stirbt grade!“ Der Tierarzt mit wehendem Mantel raus aus seiner Praxis, zu meinem Auto hin, wir beide nun den immer noch krampfenden Hund in die Praxis rein, dort kam Bingo sofort an den Tropf und für mich hieß es warten, warten und nochmals warten (jeder, der schon einmal in einer ähnlichen Situation war, kann mit Sicherheit nachvollziehen, wie lang gefühlte Stunden sein können!) Nach für mich einer Ewigkeit gab der Tierarzt Entwarnung, Bingo entkrampfte sich durchs Medikament und kam ganz langsam wieder zu sich. Zu schwach, um auszustehen, blieb er liegen und leckte mir die Hand, als wollte er sagen: „guck mal, ich bin wieder da…“ Mir fiel echt ein Stein vom Herzen!
 
Es begann nun eine tierärztliche Odysee. Man musste ja austesten, was der Hund denn hat. (Auf einer gesonderten Seite gehe ich ein wenig ausführlicher auf die Epilepsie beim Hund ein) Bingo wurde untersucht, er bekam für Notfälle das Medikament „Diazepam“, es war eine kleine Tube mit Flüssigkeit, die ich im Notfall dem krampfenden Hund rektal geben musste. Beim ersten Mal fühlte ich mich total schlecht, wo mein Hund wieder einen Anfall bekam und ich ihn festhielt und gleichzeitig versucht habe, das Medikament in ihn reinzubekommen. Nach ein paar Minuten wirkte dann immer das Medikament und Bingo kam wieder zu sich, hechelte doll, stand dann ein wenig zittrig auf, schüttelte sich und das Leben konnte weiter gehen. Dachte ich….
 
Bingo´s Krampfanfälle häuften sich, ich vermied es, das er Stress mitbekam, es half aber nichts, selbst auf entspannenden Spaziergängen krampfte er…Es musste eine andere Lösung her. Es folgten endlose Diskussionen mit Tierärzten. Einige waren der Meinung, das ein Hund, der Epilepsie hat, eingeschläfert gehört! Man konnte doch nicht einfach meinen Hund einschläfern, nur weil er krampft. Menschen werden ja auch nicht umgebracht, nur weil sie Krampfanfälle haben!
Ich versuchte dann mit meinen Tierarzt ein Medikament für Menschen „Luminal“. Ich begann die Dosierung am Anfang mit 2 Tabletten, wir alle, der Tierarzt, ich und natürlich Bingo, warteten auf den nächsten Anfall. Es kamen noch ein paar Anfälle, nicht mehr so schlimm wie die, bevor er die Tabletten nahm. Langsam aber sicher, wurde es immer besser. Er krampfte immer weniger, ich dosierte dann von 2 Tabletten auf 1 ½. Die Anfälle blieben aus, ich schöpfte Hoffnung, und das Leben ging weiter. Sogar die Krankheiten beim Bingo!
 
Ein paar Monate später bemerkte ich ein paar Knubbel an seinem Ohr. Der Tierarzt meinte, das es nen Blutohr sein könnte ( im Normalfalle: öffnen, Eiter rauslaufen lassen, und es verheilt dann nach mehreren Spülungen wieder), so dachten wir. Es stellte sich aber beim Öffnen als Tumor heraus, also wurde ihm ein bisschen das Ohr kupiert, so das der Tumor einfach abgeschnitten wurde! Wie sagt man so schön: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt!
 
Im Laufe der Zeit bekam Bingo auch Knubbel auf dem Rücken, diagnostiziert wurden diese zuerst als „Grützbeutel“ Es wurde wieder geschnitten, festgestellt, das es doch keine Grützbeutel sind, sondern weitere Geschwüre! Der Tierarzt gab Bingo damals noch eine Lebenschance von 1 bis 2 „guten“ Jahren…
  
Ok, ich hatte nun einen epileptischen Rüden, der tumorig war. Ich fasste den Entschluss, das ich nicht mehr an Bingo rumschnippeln lasse. Egal was kommt! Manch einer mag mich jetzt vielleicht für egoistisch halten oder für blöd oder sonstiges, es ist mir egal! Ich bin selbst heute noch der Meinung, je mehr man an irgendeinen Tumor rumschneidet, desto mehr streut er. Lieber ein paar „schöne Jahre“ noch….
 
Die Einnahme von den Tabletten hatte sich reduziert im Laufe der Zeit auf eine Tablette täglich! Ich fand es einen beachtlichen Fortschritt, er krampfte nur noch hin und wieder, dies konnte ich aber im Laufe eines Jahres an einer Hand abzählen....im Jahre 1999 änderte sich für Bingo und mich unser Leben! Cheyenne traf auf uns! Ihre und Bingo´s Geschichte erzähle ich auf Cheyenne´s Seite weiter......
 
 


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