Hier schreibe ich über meine erste altdeutsche silberne Schäferhündin Indian Girl (sie hat auch noch nen Zwingernamen, aber, ich will hier keine Werbung für jemanden machen) kurz Cheyenne, das ist auch der Name, der in den Papieren aufgedruckt steht....(Wer mich kennt, wird erkennen, das Cheyenne ihre Geschichte mit Bingo seiner irgendwie verwoben ist. Da der Übergang fließend ist, konnte ich die Seiten nicht so wirklich trennen)
Im Jahre 1999 sah ich eine Anzeige von einer Züchterin bei uns im Stadtanzeiger, die altdeutsche Schäferhunde in Recklinghausen züchtet. Sie inserierte, das ihre Welpen einen neuen Wirkungskreis suchten. Sollte hier mein Wunsch nach einem altdeutschen Schäferhund wahr werden? Ich, die Züchterin angerufen, mich kurz vorgestellt und gleich nachgefragt, ob und wann ich mal zum gucken vorbeikommen könnte! Die Züchterin nannte mir einen Termin. Ich fieberte diesem entgegen. Sollte mein Traum endlich wahr werden? Sollte Bingo, mit 10 Jahren (und eigentlich schon totgesagt) einen Kumpel bekommen? Ich war sooooo aufgeregt, wo ich bei Frau A. ankam. Sie öffnete und führte mich ins Wohnzimmer, wo mehrere Wollknäule umherwuselten. Ich war im Paradies! An Kaffeetrinken war irgendwie nicht zu denken, ich knuddelte und streichelte, während Frau A. mir die ganzen Nachteile von Welpen aufzählte, wie bsp. : die pullern auf dem Teppich, zerkauen Schuhe, müssen inne Nacht raus, beißen Tischbeine kaputt und und und….
Da war ich schon soweit, das ich fast gar keinen Hund mehr wollte! So einen Streß wollte ich mich ja nicht antun, oder doch? Ich bohrte Frau A. mit Fragen Löcher in den Bauch und wollte dann auch mal die Mutter sehen. Schließlich wollte ich ja wissen, wie son „Kleiner“ später mal aussieht. Sie meinte, die Mama wäre draußen im Garten und bestimmt dreckig, aber sie könne sie gerne reinholen. Tzääääääää, können, sie musste sie reinholen, schließlich wollte ich sie sehen! Und dann, dann kam sie! Mein Traum! Meine Hündin! Die und keine andere wollte ich! Cheyenne war ihr Name!

Sie kam ins Wohnzimmer, guckte kurz nach den Welpen und, sprang quasi über den Wohnzimmertisch um mich, auf der Couch sitzend zu begrüßen! Cheyenne schlabberte mir das Gesicht ab, sprang auf mir rum, und ich, ich war begeistert! Die wollte ich und keinen anderen! Frau A. erklärte mir aber das Cheyenne nicht zu verkaufen wäre! Nein, nein, nein, das wollte ich nicht hören. Ich wollte hören: „jaaaaha, du kannst diesen Hund kaufen“ Aber Frau A. sprach nicht dieses erlösenden Worte. Ich wollte keinen Welpen von ihr, ich wollte die Mama! Ich jammerte, das ich nur mit diesem Hund glücklich werden konnte. Es half alles nichts, Frau A. blieb hart, ich bot Geld, viel Geld (wahrscheinlich war ich völlig umnebelt) Nachdem ich mit Frau A. so verblieben bin, das ich mich wegen eines Welpen noch mal melde, verabschiedete ich mich schweren Herzens. Ich ging zur Tür und Cheyenne kam mit! War es ein Zeichen?
Frau A. und ich telefonierten danach viel miteinander, ich besuchte die Welpen und natürlich auch die Mutter. Bei all meinen Besuchen nervte ich, das ich die Mutter möchte. Und immer wieder, wenn ich ging, kam „sie“ mit zur Tür… Eines Tages, als die Welpen alt genug waren, um ins neue zu Hause zu ziehen, meinte sie, das ich Cheyenne unter gewissen Umständen kaufen könnte! Eine der Bedingungen war, ich dürfte Cheyenne niemals von einem fremden Rüden decken lassen (wollte ich eh nicht), die andere war, das Cheyenne sich mit meinem Bingo gut verstehen muss! Wir trafen uns öfter mit den Hunden und gingen spazieren, mein Bingo tobte mit Cheyenne rum und fand sie klasse, andersrum war es genauso. Und dann, dann kam der große Moment, Cheyenne gehörte mir! Der letzte entscheidende Besuchstag kam,ne Menge Geld wechselte den Besitzer. Ich stand auf, und sie durfte mit mir durch die Haustür gehen, sie sprang in mein Auto, als hätte sie da schon immer drin gesessen, begrüßte Bingo mit einem feuchten Schlabberkuss und guckte mich erwartungsvoll an…. Ich schloss mein Auto und fuhr mit beiden Hunden ins Glück! Bingo blühte richtig auf, er tobte mit Cheyenne rum, als wäre er ein junger Hund, dabei war er doch schon 10 Jahre alt! Wir verbrachten herrliche Urlaube in Holland, die beiden waren dort problemlos mit fremden Hunden zu händeln. Es gab keinen Stress, man tobte zusammen, schwamm im Meer, buddelte wahre Krater….

Als meine Mutter regelmäßig zu einem Seniorenkaffeetrinken ging, kam ich öfter mit beiden Hunden mit. Sie liefen da zwischen den älteren Herrschaften rum. Waren überhaupt nicht ängstlich, wenn jemand mit Rollstuhl (den waren sie von zu Hause her schon gewohnt, da meine Mutter in ebendiesen saß) kam, umrundeten vorsichtig jemand, der sich mit einen Deltawagen an ihnen vorbeischob. Sie ließen sich streicheln und mit Keksen voll stopfen. Ich weiß nicht, wer es besser fand, die alten Herrschaften dort, oder meine Hunde, die extra Leckerchen bekamen… Mit Cheyenne besuchte ich einige Ausstellungen. Am Anfang freute ich mich riesig, wenn sie ein „Vorzüglich“ bekam. Jeder Richter war von ihrer Art, und ihrer Optik angetan. Irgendwann fand ich es aber dann langweilig immer den ersten Platz mit ihr zu belegen, da sie allein durch ihre silberne Fellfarbe schon von den anderen Altdeutschen hervorstach. Ich beendete ihre Karriere als „Showhund“.

Cheyenne wurde zeitweise im Wachdienst geführt. Sie erledigte den Dienst zur vollsten Zufriedenheit ihres damaligen Auftraggebers. Wenn sie aufpasste, kam niemand auf´s Gelände, und wenn doch, dann brauchte er schnellere Beine wie sie! Aber auch bei Cheyenne stellten sich die ein oder anderen Wehwechen ein! Einmal musste ich mit ihr in die Tierklinik nach Lüdinghausen rasen, mit Verdacht auf Magendrehung. Sie lag zuerste draußen im Garten, fing das Hecheln an, und ihr Bauch wurde dicker und dicker. (ich hatte keine Ahnung damals, und rief voller Panik bei der Züchterin an, die schickte mich sofort mit ihr in die Tierklinik) Dort angekommen sprang Cheyenne aus dem Auto raus, als wäre nichts geschehen, ging noch paar Schritte und brach dann zusammen! Es folgte eine Not-OP. Die behandelnde Ärztin riet mir, wo der Bauch aufgeschnitten wurde, sie einschläfern zu lassen, da es nichts mehr geben würde! Ich bat sie nicht gerade höflich, alles zu tun, das sie überlebt, egal, was es koste! Cheyenne´s Magen wurde also wieder in die richtige Lage gebracht, der Bauch zugenäht, und sie kam auf die Intensivstation. Ich wurde nach Hause geschickt, weil es besser sei, wenn sich der Hund nicht aufregt. Laut Klinik muss sich der Hund ja an den Klinikablauf gewöhnen. Ich fuhr am nächsten Tag wieder hin, wollte Cheyenne ein T-Shirt von mir bringen. Cheyenne hörte mich, durfte nicht zu mir, ich nicht zu ihr, ein Drama begann. Das Shirt musste ich wieder mitnehmen, da es wegen zu vieler Bakterien nicht auf die Station dürfte.
Cheyenne randalierte trotz hohem Fieber in ihrer Box und ließ sich kaum beruhigen. Ich mich draußen natürlich auch nicht und wurde nach Hause geschickt.Nach stundenlangen Beratungen mit Frau A. und meinem Tierarzt fuhr ich wieder nach Lüdinghausen und holte „meine Cheyenne“ da raus. Ich musste unterschreiben, das die Haftung nun allein bei mir liegt. Kurze Zeit später stellte ich sie dann meinem Tierarzt vor. Er gab mir Schmerzmittel, was zum Fieber senken und ein Antibiotikum mit. Mein „Mädchen“ lag nun zu Hause, bekam Babybrei und all die Medikamente. Und siehe da, das hohe Fieber ging runter, und ihr Gesundheitszustand wurde von Tag zu Tag besser. Nach insgesamt 12 Tagen fuhr ich auch schon mit beiden Hunden wieder auf den Campingplatz. Die Bauchwunde war äußerlich super verheilt, rennen lassen durfte ich sie noch nicht, aber sie streifte mit Bingo und mir gemächlich durch die Felder!

Im Jahre 2000 holte ich mir zu meinen beiden „großen“ eine kleine Westhighlandterrierhündin dazu. Die „Kleine“ stand in der Zeitung und suchte umständehalber mit 5 Monaten, ein neues zu Hause! Ich machte einen Termin, fuhr hin, sah dort ein Häufchen Hund und nahm ihn auch, nachdem ich den Kaufpreis zahlte, mit.Die Kleine wurde gebadet, und dann kam die Überlegung nach einem Namen. Die Wahl fiel dann auf Josy!

Josy kannte nichts, (ihr Geschäft verrichtete sie in ihrem alten zuhause auf dem Balkon!) draußen wurde alles angebellt. Wenn jemand am Haus langging,wurde gebellt, kam Besuch, hörte man die Klingel nicht, weil Josy bellte. Bei den „Großen“ habe ich es mir gewünscht, das sie bellen, wenn es schellt. Nein, Josy erfüllte diesen Part. Sie kündigte jeden an! In typischer Terriermanier keifte sie auch draußen andere Hunde an, die nötige Sicherheit gaben ihr ja Bingo und Cheyenne! Josy bekam auch als „kleiner“ Hund dieselbe Erziehung wie die Großen. Auch ein kleiner niedlicher Hund muss einfach hören! Wenn ich Leute beim spazieren gehen traf, waren sie immer sehr beeindruckt, wie schön alle drei beim ersten Kommando saßen…Ich trennte mich wieder von Josy, nachdem sie etwas über ein Jahr alt war, da sich meine Lebensumstände änderten und mir 3 Hunde dann zuviel waren! Meine Schwester bekam Josy und seitdem lebt Josy als „Einzelhund“ neben einer Rassekatze. Hund und Katze genießen dort einen Luxusleben…. Da Josy ja quasi in der Familie geblieben ist, sehe ich sie regelmäßig und stelle auch ab und an neue Bilder von ihr mit ein! Die Jahre mit Bingo und Cheyenne zogen so dahin. Bingo wurde älter und älter, seine Epilepsie wurde dank der Tabletten super aufgehalten. Jetzt kam altersbedingt eine Arthrose hinzu, das Aufstehen fiel ihm zusehends schwerer, die Sehkraft ließ allmählich nach, und auch das Hören klappte nicht mehr so. Bingo war immerhin im Jahre 2004 schon stolze 16 Jahre alt! Was mir aber die wenigsten Leute glauben wollten, wenn sie gesehen haben, wie er mit Cheyenne rumtobt und dem Ball noch hinterherrennt. Für seine Arthrose bekam er ein Dauermedikament, was ihm die Schmerzen nahm. Wenn es besonders schlimm wurde, dann bekam Bingo eine Spritze, und er rannte danach wieder wie ein junger Hund….
Auch meine Cheyenne durfte nicht gesund alt werden. Immer wieder plagten sie Blasenentzündungen oder Gebärmutterentzündungen. Mit Medikamenten lies sich auch hier einiges beheben, aber nicht für immer, wie sich dann später herausstellen sollte! Das Jahr 2005 begann für uns nicht gut. Bingo konnte das Wasser nicht mehr richtig bei sich behalten, auch das Treppensteigen fiel ihm trotz Hilfestellung von mir immer schwerer, das Herz schlug nicht mehr richtig im Takt, er baute rapide ab. Das was er fraß erbrach er wieder, er konnte den Kot nicht mehr halten und nässte sich auch ein.
Mag sein, das ich es hineininterpretiert habe, aber, ich hatte das Gefühl das es ihm unangenehm war! Ich war nun jeden Tag beim Tierarzt, es gab keine Chance mehr für ihn, außer, die Erlösung! Sein Tumor, den er im Bauchraum hatte, hatte sich rapide vergrößert, drückte auf andere Organe. Wegen seines schwachen Herzens und auch seines hohen Alters, entschloss ich mich sehr schweren Herzens, den Tierarzt anzurufen um Bingo „gehen zu lassen“.
Am 05. Januar 2005 war es soweit, wir sind noch unsere große Runde spazierengegangen, das Wetter war kalt und die Sonne schien! Bingo hat trotz aller Schmerzen noch immer sein Revier markiert und mit Cheyenne versucht Schritt zu halten um den Ball zu kriegen! Unterwegs haben wir noch einmal alle seine "Kumpels" getroffen, jeder wurde von ihm freundlich begrüßt, selbst sein größter "Feind" gab ihm die letzte Ehre. Das Gehen fiel Bingo immer schwerer, ich wollte umkehren, aber er wollte noch nicht zurück. Es war so, als genieße er bewusst die letzte Runde! Er hat sich von Mensch und Hund verabschiedet!
Ich hätte schreien können, es war so ungerecht! Warum? Auf dem Rückweg zitterten seine Beine, ich hatte Angst, das wir es nicht mehr bis nach Hause schafften... Im Grunde genommen weiß ich gar nicht mehr, wie wir alle nach Hause gekommen sind. Ich habe Bingo ein letztes Mal geholfen, die Treppe nach oben zu kommen, er ging sofort in seinen Korb, legte sich mit einem tiefen Schnaufer hin und hat bei jedem Schritt, den ich durch die Wohnung machte, mich mit Blicken verfolgt, ab und an hörte ich ihn leise winseln.... Cheyenne lag neben ihm und leckte ihm ab und zu über die Schnauze, so als wollte sie ihn trösten und ihm zeigen, das er nicht alleine ist.
Da wußte ich es, das ich JETZT zum Telefon greifen musste, um den Tierarzt anzurufen. Meine Freundin Bianka kam rüber und stand uns in der Zeit bei (Danke Dir Bianka, das Du für uns da warst!!!!) Wir nahmen beide Abschied von Bingo...Der Tierarzt klingelte...
Bingo begrüßte ihn noch schwanzwedelnd an der Tür! Er ging dann in die Küche legte sich in seinen Korb und wartete! Ich setzte mich zu ihm in den Korb, nahm seinen Kopf auf meinen Schoß und streichelte ihn. Der Tierarzt zog die erste Spritze mit dem Beruhigungsmittel auf, Bingo schaute mich ein letztesmal an, leckte mir noch mal über die Hand, während der Arzt ihm die Spritze gab! Noch bevor der Tierarzt die Spritze wieder rauszog hörte Bingo´s Herz auf zu schlagen! Das Narkotikum brauchte er schon nicht mehr….Cheyenne musste von meiner Freundin festgehalten werden, sie ahnte was wohl passierte und wollte dem Tierarzt an die Wäsche.
Der Tierarzt ging nach einiger Zeit und Cheyenne und ich waren alleine… Bevor aber der Eingriff stattfinden sollte, meldete ich mich bei Frau A. und fragte dort nach, ob sie jemanden weiss, der einen Altdeutschen abgeben muss, da ich für mich bzw für Cheyenne einen Kumpel hätte, da Bingo ja verstorben sei! Sie meinte, das sie einen silbernen Rüden hätte, den ich unter Umständen haben könnte ….
Ich also mit Cheyenne, einen Tag nach Bingo´s Tod zur Züchterin hin, sie mir den silbernen Rüden gezeigt der in Frage käme. Ok ok, es wird hier sicher den ein oder anderen geben, der nun meint, das ich erstmal um den einen Hund trauern sollte. Aber kann man nur trauern, wenn man sich selbst kasteit, indem man auf den Zweithund verzichtet? Es ist meine persönliche Meinung, das ich zum trauern keinen Abstand brauche, ich gedenke im Stillen und für mich an den Verstorbenen....Jeder hat da aber seine eigene Meinung, die ich respektiere! Da ich ja mit Cheyenne bei der Züchterin war, und sie mir den Rüden zeigte, und, wie damals bei Cheyenne war es um mich geschehen! Und wie früher, gingen wir spazieren, die Hunde tobten und verstanden sich prächtig. Xator Silverstone Snake (er wird nur Snake gerufen) zog im Januar 2005 bei mir und Cheyenne ein.

14 Tage nach Bingo´s Tod brachte ich Cheyenne zu meinem Tierarzt, den ich schon jahrelang kenne, und der meine Hunde schon oft behandelt hatte. Ich hatte im Grunde genommen Vertrauen zu ihm. Allerdings habe ich nun ein persönliches Problem (der Tierarzt nicht dran schuld ist, betone ich hier noch einmal extra!) Ich reagiere im Prinzip sehr panisch nun auf irgendwelche Operationen, die mit einer Narkose vorangehen! Sicher fragt Ihr Euch nun wieso, die Frage ist ja auch berechtigt, wie ich finde. Der Tierarzt, der seinerzeit Cheyenne operierte, untersuchte sie vorher gründlich, die normalen Routineuntersuchungen ergaben nichts, was seine Besorgnis hätte erregen können, so stand der OP bzw. einer Kastration um weitere Gebärmutterentzündungen auszuschließen, nichts mehr im Wege.
Sie bekam eine "normale" Narkose, keine Inhalationsnarkose, die ja für ein Tier, wie ich im nachhinein festgestellt habe, besser ist/wäre...Die Branüle war gelegt, das Mittel gespritzt, ich hielt Cheyenne noch im Arm, streichelte sie, bis sie eingeschlafen war, dann musste ich gehen, ich drehte mich noch einmal um, der TA meinte, das er mich anruft, sobald er fertig sei, ich sollte mir keinen Kopf machen (der hatte ja gut reden, 14 Tage vorher hab ich Bingo noch von ihm einschläfern lassen)
Ich ging also schweren Herzens nach Hause, es war der längste Vormittag für mich, jedesmal wenn das Telefon klingelte, schreckte ich zusammen, sprang auf und ging dran, immer im Hinterkopf, jetzt ruft er an und sagt, das was passiert ist....Nach (gefühlten mindestens 10 Stunden), rief der TA nach 2 Std. an und erklärte mir, das die OP gut verlaufen sei, Cheyenne wäre nun im Aufwachraum und schläft ihren Rausch aus, ich könnte nachmittags kommen, und den Hund holen. Der A... ging mir echt auf Grundeis, mir fiel ein Stein vom Herzen, es muss bestimmt gekracht haben, Ich drehte mit Snake eine große Runde und hoffte, das die Zeit schnell umging.
Dann war es soweit, bevor die Nachmittagssprechstunde begann, stand ich vor der Tür und wollte zu meinem Mädchen! Der TA hatte Verständnis für mich und lies mich eher rein und führte mich zu Cheyenne. Da lag mein Mädchen, auf einer Decke, ich war noch nicht im Raum ganz drin, da hob sie ihren Kopf, wedelte mit der Rute und erhob sich sehr schwerfällig und kam taumelig noch durch die Narkose auf mich zu, ich beugte mich zu ihr runter, umarmte und streichelte sie, sie leckte mir noch über´s Gesicht, jaulte und brach zusammen, ihre Hinterbeine waren wie gelähmt und sie bekam schlecht Luft und hat nur noch Stossweise geatmet! Ich rief voller Panik nach dem TA, der eilte herbei, erfasste die Situation und spritze ihr unter anderem Kalzium und weitere entkrampfende Mittel, ich heulte und streichelte sie. Cheyenne verstarb unter den Händen des Tierarztes. Nichts schlug mehr an, alles war zu spät, sie hatte mich verlassen!
Ich stand einfach nur fassungslos da, unfähig dem TA zuzuhören. Alles was ich mitbekam, war, Cheyenne ist tot, mein Mädchen ist nicht mehr, Scheiße und jetzt? Ich zuckte mit den Schultern und guckte den TA ungläubig an, konnte es nicht fassen! Er versuchte mir zu erklären, was gerade passiert sei, ich konnte ihn hören, aber verstehen, was er mir sagt, konnte ich nicht. Wie auch? Das was dann zu mir wie durch Watte durchkam, war, das er meinte, er wolle sie obduzieren, um herauszufinden, was genau , tot ist tot! Es bringt sie mir nicht zurück, wenn ich weiß, woran… Ich nahm Cheyenne vom Tisch herunter, sie hing schlaff in meinem Arm, ich packte sie in ihre Decke, die ich extra zum drauflegen mitgenommen hatte, wo ich ihr die Decke über den Kopf zog, heulte ich hemmungslos, hob sie auf, trug sie durch die Praxis, vorbei an starrenden Leuten, war mir alles egal, die TA-Helferin rannte zur Tür, machte mir diese auf, der TA ging mit meinen restlichen Sachen hinter uns her, er hatte auch meinen Autoschlüssel und meine Handtasche, er öffnete das Auto, ich legte Cheyenne in den Kofferraum, nahm den Schlüssel und fuhr vom Parkplatz runter. Der TA winkte noch und rief etwas. Einen Tag später bekam ich dann mit, das er ja noch meine Handtasche hatte. Aber, in dem Moment war mir das egal. Heulend und kaum etwas sehend fuhr ich nach Hause…
Cheyenne bekam einen Platz auf „meinem Friedhof der Kuscheltiere“, neben Bingo und all den anderen, die dort schon liegen! Hier wachsen übrigens wunderschöne wilde Rosen auf der Stelle wo sie liegen…
Mach es gut mein Mädchen, dort, wo Du jetzt bist, geht es dir besser, und irgendwann sehen wir uns wieder! Danke für unsere Zeit!
Heute, wo einige Zeit vergangen ist, frage ich mich manchmal, ob es nicht ein Fehler war, nicht genau zu wissen, woran Cheyenne genau gestorben ist. Aber dann sage ich mir, das es eh nichts geändert hätte, was sollte mir dann das Wissen „woran“ bringen?
Es kommt wohl ab und an vor, das ein Hund nach einer OP verstirbt, Möglichkeiten woran das liegt, gibt es unzählige. Ich will sie hier alle gar nicht aufführen, ich war und bin immer noch betroffen…